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Der Hauptgrund unserer Reise war, das Geburtstagsgeschenk an Clara aus Straßburg einzulösen, nämlich den Gutschein für den Besuch eines Santana-Konzerts mit Übernachtung.
Also starteten wir mit einem 9-Sitzerbus voll guter Laune am Samstag, dem 3. Juni nachmittags in Stuttgart. Wir, das waren Clara mit Frau und Sohn, sowie einige aus unserer Suttgarter Selbsthilfegruppe. Die Fahrt verlief ohne Probleme und so konnten wir gegen 21 Uhr in unserem absolut zentral gelegenen Hotel Wilmersdorf einchecken. Direkt neben dem Hotel stillten wir unseren Hunger nach der langen Fahrt in einer Pizzeria, dank des schönen Wetters im Freien.
Nun stieß noch unsere Reiseführerin für die nächsten beiden Tage zu uns, Fräulein Kaiserin von Tuntland (offizielle Briefadresse). Sie ist ein absolutes Berliner Original und kennt zu jeder Kneipe, Disco, Bar und Spelunke mindestens eine Geschichte.
Und dann ging's los mit Sightseeing:
In wenigen Minuten waren wir zu Fuß in der "Bar jeder Vernunft", einer Mischung aus Gartenwirtschaft und Theater/Kabarett. Als wir ankamen, begann gerade ein Konzert von Maren Kroymann, der lesbischen Sängerin und Schauspielerin. Dann ging es weiter zum Kurfürstendamm und da in ein Straßencafe zum Tratschen, Batschen und Gucken (Schwäbisch für Anschauen).
Zurück ins Hotel kamen wir mit zwei Taxi, wegen des plötzlichen Wolkenbruchs. Das Taxi kostete nur 5 Mark, es gibt in Berlin für kurze Fahrten die sogenannten Kurzfahrten, gleich, wieviele mitfahren.

Fräulein Kaiserin von Tuntland bespricht mit Michaela
Lindner unsere Reiseroute
Am Sonntagmorgen kam dann neben Fräulein Kaiserin auch Michaela Lindner zu uns ins Hotel, um uns gemeinsam Berlin zu zeigen. Mit U- und S-Bahn, Straßenbahn und Doppeldeckerbus kreuzten wir quer durch Berlin, bis die Nylons dampften (Petra) und die Blasen fröhlichen Einstand feierten (Chantal).
Und wir haben fast alles gesehen: Potsdamer Platz mit Sony- und Chrysler-City, Alexanderplatz mit dem Fernsehturm, das Brandenburger Tor und natürlich den Reichstag mit dem Bundestag, welchen wir nach 1 Stunde Warten von innen und oben besucht haben.
Im Reichstag gab es eine lustige Episode: Fräulein Kaiserin sah einen Besucher, aus dessen hinterer Gesäßtasche ein buntes Taschentuch herausschaute. Sie geht zu ihm und fragt bzw. klärt ihn auf, was das zu bedeuten hätte - so schnell hat der wohl noch nie ein Taschentuch verschwinden lassen.

Im neuen Reichstag, mal alle Mädels zusammen mit Claras Sohn
Überhaupt war das ganz toll, mit Fräulein Kaiserin unterwegs zu sein: Erstens hat sie uns (fast) alles in Berlin gezeigt, und zweitens hat niemand mehr nach uns 2-Meter-Damen (Chantal und Petra) geschaut, denn Fräulein Kaiserin hat alle Blicke auf sich gezogen.
Am späten Nachmittag ging's zurück ins Hotel zum Relaxen und zum Fitmachen für die lange Nacht. Einige von uns besuchten zusammen mit Claras Family das Santana-Konzert, die anderen fuhren mit Fräulein Kaiserin schon nach Kreuzberg, wo wir uns dann gegen Mitternacht dank Monikas geballter Handy-Technik tatsächlich in der vereinbarten Disco trafen. Die Disco hieß ES36, ein Szene-Lokal für Lesben und Schwule, aber wir fühlten uns dort auch sehr wohl. Anschließend besuchten wir die Kneipe ROSES und die Spelunke (Originalton Fräulein Kaiserin) 99 ROTE ROSEN.

Das ist wirklich Monika, nachdem Fräulein Kaiserin sie etwas aufgemöbelt
hat
Wer wollte, konnte sich zwischendurch mit Pizza oder frischen Brötchen beim 24-Stunden-offen-Bäcker versorgen, für uns Schwäbinnen absolut ungewohnt, aber echt cool! Zuletzt fuhren wir noch in die 24-Stunden-offene Amadeus-Bierbar, nur um einen Blick reinzuwerfen und Fräulein Kaiserin abzusetzen, denn für sie war um 3 Uhr in der Früh' noch lange nicht Feierabend.
Am nächsten Morgen, etwas müde und teilweise mit lädierten Gehwerkzeugen, absolvierten wir den obligatorischen Mauerbesuch mit fotografischer Aufnahme.
Nun gab es ein Wiedersehen mit Lajana, Petras Zimmergenossin während ihrer OP letzten November in München. Zusammen ging's nach Berlin-Treptow, wir wollten eine Schiffsfahrt auf der Spree machen. Leider wurde nichts daraus, wir hätten sonst zu lange warten und unsere Rückfahrt zu spät antreten müssen.
Nachdem wir 2 Mitfahrer aus der Mitfahrzentrale eingesammelt hatten (dafür gab's immerhin je 40 DM für die Reisekasse), mußten wir leider am Nachmittag die Heimreise antreten.
Gegen 22 Uhr kamen wir in Stuttgart an, müde aber voller bleibender Eindrücke von Berlin.
Fazit:
Berlin ist wirklich eine Reise wert, und - die Kreuzberger Nächte sind noch viel länger. Und Berlin ist m.E. die transenfreudigste Stadt, welche ich bisher besucht hatte.
Am besten ist, das Auto stehen zu lassen, denn mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann frau überall hinkommen, schnell und billig.
Fräulein Kaiserin von Tuntland: E-Mail-Adresse
tuntland at whopper.de.
Wer nach Berlin reisen und etwas sehen möchte, vorher mit ihr Kontakt
aufnehmen und bittschön einen lieben Gruß von Petra ausrichten
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